Zeckenbiss – Was Sie jetzt tun müssen und wann Sie zu uns in die Praxis kommen sollten
Ein Aufenthalt im Grünen ist herrlich, birgt aber im Frühjahr und Sommer ein kleines Risiko: Zecken. Haben Sie eine Zecke entdeckt, ist schnelles Handeln gefragt. Je kürzer das Tier saugt, desto geringer ist das Risiko einer Infektion.
Hier erfahren Sie, wie Sie sich jetzt richtig verhalten.
Schritt 1: Zecke sofort entfernen
Warten Sie nicht auf einen Arzttermin. Entfernen Sie die Zecke so schnell wie möglich selbst:
- Werkzeug wählen: Nutzen Sie eine feine Pinzette, eine Zeckenkarte oder einen Zeckenhaken.
- Hautnah greifen: Setzen Sie das Werkzeug direkt an der Hautoberfläche an. Greifen Sie die Zecke so nah wie möglich am Kopf.
- Gerade herausziehen: Ziehen Sie das Tier langsam und gleichmäßig nach oben weg. Vermeiden Sie Ruckeln oder Drehen.
- Kein Quetschen: Drücken Sie den vollgesogenen Körper der Zecke nicht zusammen. Sonst schüttet das Tier Krankheitserreger in die Wunde aus.
- Verzichten Sie auf „Hausmittel": Nutzen Sie niemals Öl, Klebstoff oder Nagellack. Das versetzt die Zecke in Todesangst und erhöht das Infektionsrisiko.
Schritt 2: Desinfizieren und dokumentieren
- Wunde reinigen: Desinfizieren Sie die Einstichstelle gründlich mit einem Hautdesinfektionsmittel oder Alkohol.
- Datum notieren: Schreiben Sie auf, wann Sie die Zecke entdeckt haben.
- Foto machen: Fotografieren Sie die Einstichstelle am ersten Tag. Das hilft uns später bei der Beurteilung.
Hinweis: Wenn der Saugrüssel („Kopf") stecken bleibt, ist das meist kein Grund zur Sorge. Der Körper stößt diesen kleinen Fremdkörper in den nächsten Tagen oft von selbst ab.
Wann sollten Sie unsere Praxis aufsuchen?
Beobachten Sie die Einstichstelle in den kommenden vier Wochen aufmerksam. Bitte vereinbaren Sie sofort einen Termin bei uns, wenn Sie folgende Symptome bemerken:
- Die Wanderröte (Erythema migrans): Es bildet sich eine kreisförmige Rötung um den Stich herum, die in den Tagen oder Wochen nach dem Stich langsam größer wird. Häufig ist sie in der Mitte blasser. Dies ist ein deutliches Warnzeichen für eine Borreliose-Infektion.
- Grippeähnliche Symptome: Sie entwickeln Tage bis zwei Wochen nach dem Stich Fieber, Kopfschmerzen, Gliederschmerzen oder fühlen sich abgeschlagen. Dies kann ein Hinweis auf das FSME-Virus sein.
- Entzündungen: Die Einstichstelle schwillt stark an, pocht, wird heiß oder eitert.
Unser Service für Sie: Der Impfschutz
Gegen Borreliose gibt es keine Impfung – sie wird im Ernstfall mit Antibiotika behandelt. Gegen die gefährliche Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) können Sie sich jedoch durch eine Impfung effektiv schützen.
